Storytelling im Podcast: So nutzt du die Superpower

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Wir Menschen lieben Geschichten. Unser gesamtes Leben besteht aus ihnen. Geschichten bewegen und verbinden uns und lassen uns erinnern. Und genau deshalb ist Storytelling im Podcast so wichtig. 

Mir ist aufgefallen, dass ich am liebsten Podcasts höre, die auf einer eigenen Geschichte oder einer Anekdote aufbauen. Es macht mehr Spaß, zuzuhören und das Gehörte bleibt besser im Kopf.

Welche Kraft hat Storytelling im Podcast

Wir verbinden Geschichtenerzählen in erster Linie mit fiktiven Geschichten und Märchen. Wieso brauchst du Märchen in deinem Business Podcast? Weil du so deinen trockenen Fakten Emotionen schenkst, sie viel anschaulicher verpacken kannst und sogar noch Spannung aufbaust. 

Eine Geschichte ist eine Reise, mit deren Erzählung du andere Menschen abholen und eine Beziehung zu ihnen aufbauen kannst.

Gerade im Audio Format hat das gesprochene Wort noch viel mehr Gewicht, als in einem Video. Du kreierst dir durch deine eigene Fantasie, Bilder zu der Geschichte, die du hörst. Du bist plötzlich in einer ganz eigenen Welt, die nur dir und dem Erzähler gehört. Das ist eine einzigartige, magische und intime Situation, die verbindet.

Welche Ziele hat Storytelling im Podcast

  • Lernen: Die Leute hören deinen Podcast, weil sie etwas lernen wollen. Storytelling im Podcast kann den Lerneffekt wesentlich verbessern. Am besten funktioniert das mit Geschichten von deinen eigenen Hörern. Welche Herausforderungen haben sie und wie gehen sie damit um?
  • Inspirieren: Manchmal reicht nur das Lernen nicht aus. Mit einer Geschichte kannst du deine Hörer auch inspirieren und motivieren, wirklich in die Umsetzung zu gelangen. Sie können sich den Prozess direkt viel besser vorstellen und auf sich adaptieren. Stories über Misserfolg sind ebenso wertvoll wie Erfolgsstories.
  • Verbinden: Wenn du regelmäßig persönliche Geschichten von dir als Host erzählst, gibst du deiner Community die Möglichkeit, eine Beziehung zu dir aufzubauen. Diese persönliche Verbindung zu deinen Hörern ist essenziell im Podcast. Sei dabei unbedingt ehrlich und authentisch! Und achte dabei immer auf die richtige Dosierung.

Die richtigen Formate für Storytelling im Podcast

Erzähle in erster Linie Geschichten, die du selbst erlebt hast. Da sie aus erster Hand kommen, kannst du die Emotionen und Details viel authentischer rüberbringen. Das hat eine enorme Kraft. Wenn du nur Stories von dir selbst erzählst, kann es allerdings schnell in eine “über mich Show” abdriften. Achte deshalb darauf, dass du auch Geschichten erzählst, die dir erzählt wurden oder die du gelesen hast.

Hier hast du eine Auswahl an Stories die fast immer gut funktionieren:

  • Erfolgsgeschichten: Inspiriere deine Hörer. Am besten funktioniert das, wenn die Stories direkt von deinen Hörern selbst kommen.
  • Geschichten des Scheiterns: Es macht dich menschlicher und authentischer, wenn du auch von Stories erzählst, die schiefgegangen sind. Und das Learning für deinen Hörer ist dabei mindestens genauso groß.
  • Geschichten die verbildlichen: Manchmal ist es allein über die Tonspur gar nicht so einfach komplexe Situationen für deinen Hörer anschaulich zu machen. Dabei kann eine Geschichte Gold wert sein.
  • Geschichten, die neugierig machen: Baue Cliffhanger ein. Fange zum Beispiel deine Episode mit einer Story an und erzähle die Pointe erst ganz am Ende. Oder teile eine Geschichte auf mehrere Episoden auf.

Wie kommst du an die passenden Geschichten?

Fange an, aufmerksamer zu werden, was spannende Stories für deinen Podcast angeht. Jeden Tag erlebst du sie selbst, bekommst du sie erzählt und liest oder siehst sie. Achte mal darauf. 

Die Herausforderung ist dabei, die spannenden Geschichten für deinen Podcast raus zu filtern. Was gibt deinen Hörern einen Mehrwert, was interessiert sie? 

Dann lege eine Liste an, in der du immer alle Stories direkt einträgst, wenn sie dir über den Weg laufen. Du solltest also von all deinen Devices darauf zugreifen können. Ich nutze da die Todoist App.

Neben deinen eigenen erlebten Stories und denen, die deine Hörer dir erzählen, gibt es noch weitere Quellen, die du nutzen kannst. 

Gibt es Geschichten in deiner Nische, die wichtig für deine Hörer sind? Vielleicht sind es auch Klassiker, die einen bestimmten Anwendungsfall super beschreiben.

Stories zu News und Trends in deiner Branche sind ebenfalls eine super Möglichkeit für Storytelling im Podcast.

Die Struktur

Eine gute Geschichte besteht im Grundgerüst aus einem Anfang, dem Hauptteil und dem Ende. 

Beim Podcast ist der Anfang entscheidend für den Erfolg. Wenn du es hier nicht schaffst, die Aufmerksamkeit deines Hörers zu gewinnen und ihn zu fesseln, ist er weg. Von deinem wirklich guten Hauptteil bekommt er dann nichts mehr mit.

Also starte spannend, dramatisch und mache neugierig nach mehr!

Dein Hauptteil ist das Herzstück des Storytelling im Podcast. Achte hier unbedingt darauf, dass er authentisch ist. Erzähle nicht nur von Erfolgen, sondern genauso von Misserfolgen. Wenn du einen Interviewgast hast, frage auch mal kritisch nach, um eine authentische Story zu bekommen.

Für den Hauptteil kannst du dich an folgender Struktur lang hangeln:

Der Held: Jede Geschichte braucht einen Helden. Du als Host solltest aber nicht selbst der Held sein. Diese Rolle kann dein Interviewgast, ein Hörer oder ein Kunde übernehmen.

Das Ziel: Dein Held braucht ein Ziel. Hat er vielleicht ein Problem, das er lösen möchte, oder einen Weg den er gehen will?

Der Trigger: Das Ziel hat der Held vermutlich schon länger, aber hat es noch nicht als wichtig erachtet. Durch einen Auslöser wird das Ziel dringend und der Held muss oder will aktiv werden.

Die Herausforderung: Was hält den Helden davon ab, das Ziel zu erreichen? Gibt es ein Feindbild, oder sind es einfach fehlende Fähigkeiten?

Der Mentor: Wenn der Held das Ziel nicht mit alleiniger Kraft erreichen kann, braucht er einen Mentor, der ihm den Weg zeigt, ihn unterstützt oder das richtige Handwerk zur Verfügung stellt.

Die Reise: Achte darauf, dass du Spannung aufbaust, wie bei einer Achterbahnfahrt. Wenn das Ende direkt vorhersehbar ist, hört dir schnell niemand mehr zu.

Die Veränderung: Was ist die Transformation deines Helden? Das ist einer der wichtigsten Punkte. Wenn es keine Veränderung gibt, dann ist deine Story vermutlich nicht dir richtige für deinen Podcast. Am besten wirkt diese Transformation, wenn sie von dem Helden, also vielleicht deinem Interview Gast selbst erzählt wird.

Das Learning: Oft erklärt sich das Learning schon bei der Transformation. Nichtsdestotrotz macht es Sinn, am Ende das Learning für deinen Hörer nochmal auf den Punkt zu bringen. Ein Tipp: wenn du überlegst, ob eine Story für deinen Podcast passend ist, finde heraus, ob es ein Learning für deinen Hörer gibt.

Storytelling im Podcast: Fazit

Storytelling im Podcast macht deinen Podcast hörenswerter und authentischer und dich als Host zugänglicher und glaubwürdiger. 

Achte bei jeder Story darauf, welchen Mehrwert du deinem Hörer damit auf den Weg geben willst. Natürlich gibt es auch Situationen, wo eine Geschichte vielleicht nicht so gut passt, sondern du einfach mit Fakten zum Punkt kommen solltest. 

Höre dir einfach mal deine Lieblingspodcasts an und achte dabei auf die Struktur der Stories. So bekommst du ein gutes Gefühl dafür, was gut funktioniert und was vielleicht auch nicht.

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Ein Gedanke zu „Storytelling im Podcast: So nutzt du die Superpower“

  1. Liebe paula, lieber michael, die 35 min des interviews sind in nu verflogen, ihr habt mich in eine für mich neue welt entführt und das sehr professionell. Vielen Dank und viel Erfolg wünscht eure peruanische fangemeinde

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